Best Practice
Hubschrauberfliegen im Hohenstaufen-Gymnasium Göppingen
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Gestartet ist das Projekt im Oktober 2008. Insgesamt siebzehn Schüler zwischen 11 und 13 Jahren hatten sich am Schwarzen Brett als Interessenten für eine Hallenflug AG eingetragen und zwölf von ihnen waren zum Starttermin dann auch erschienen. Eigene Flugmodelle hatten sie allerdings nicht dabei und Modellflugerfahrung brachten nur zwei der Schüler mit. Zum Glück hatte Ikarus Modellsport auf Anfrage zwei Koax-Helis für die geplante Hallenflug AG gestiftet. Mit denen sollten jetzt zehn Schüler das "wahre Fliegen" erlernen. „Kein Problem!“, brüsteten sich einige der Einsteiger, „Spielzeughelis fliegen kann doch jeder!“ Doch weit gefehlt – auch die oft als „Spielzeug“ betrachteten Koax-Helis wollen erst einmal gemeistert werden und eignen sich dabei wunderbar zum Erlernen und Trainieren der erforderlichen Steuergriffe beim Helifliegen. Dass dem auch wirklich so ist, haben inzwischen
schon drei der HoGy-Flugschüler bewiesen: Sie fliegen inzwischen „richtige“ Modellhelis – nämlich pitch-gesteuerte Modelle 450er-Klasse! Aus Sicherheitsgründen jedoch nicht im Rahmen der Hallenflug AG, sondern in ihrer Freizeit. In der Halle haben wir uns freiwillig auf maximal 500 Gramm Abfluggewicht beschränkt und dieses wird bisher nur von einem Twister SkyLift ausgenutzt.
Aller Anfang ist schwer
Da zunächst zwei Fluglehrer zur Verfügung standen, reichten die beiden gesponserten Ikarus Koax-Helis zum konzentrierten Training vollkommen aus. Lediglich die Anzahl der Akkus setzte hierbei Grenzen. Erfreulicherweise konnte die Schulleitung unterstützen, indem sie die Anschaffung von zusätzlichen Akkus und Ersatzteilen finanzierte. Nach und nach engagierten sich weitere Modellflieger bei der Hallenflug AG und so konnten die Flugschüler in drei kleinere Gruppen aufgeteilt werden, nämlich zwei „Basic Teams“ und ein „Advanced Team“. Während die Einsteiger nach wie vor grundlegende Manöver mit den beiden Schulungshelis trainierten, verwendete die Fortgeschrittenen-Gruppe auch andere Helis, die von befreundeten Modellpiloten zur Verfügung gestellt wurden. Ein perfekter Motivationsschub für die jungen Piloten! Bei allen Nachwuchspiloten bestand das ehrgeizige Ziel nun darin, den Koax-Heli bis Weihnachten perfekt zu beherrschen, denn ein eigener Heli stand nun ganz oben auf dem Wunschzettel. Im neuen Jahr brachte dann fast jeder Teilnehmer der HoGy Hallenflug AG seinen eigenen Heli mit – und damit konnte es dann richtig losgehen! Das Piloten-Briefing mit Frequenzabsprache und die Einteilung von Flugsektoren ist seitdem obligatorisch. Die Hallenflug AG war so richtig in Fahrt gekommen!
Mehr „Lehrer“ als Schüler
Auch an freiwilligen „Fluglehrern“ mangelt es der HoGy-Hallenflug AG inzwischen nicht mehr und der Deal sieht so aus: Wer dazu bereit ist, den
Flugschülern etwas beizubringen, darf zwischendurch auch mal sein eigenes Flugmodell in der Halle (vor-)fliegen. Dieses Konzept kommt an und an Ideen mangelt es den ehrenamtlichen Fluglehrern dabei nicht. Während in einer Ecke das bekannte Graupner-Office- Cup Equipment aufgebaut wird, bereitet ein anderer Modellflieger eine Power Point Präsentation zum Thema „richtiger Umgang mit Lipo-Akkus“ vor - eine perfekte Mischung aus Profis, Fortgeschrittenen und Nachwuchs.
Debüt beim „Tag der offenen Tür“
Der Wunsch unserer Schulleiterin, eine Flugschau für den geplanten „Tag der offenen Tür“ zu organisieren, war ein weiterer Ansporn für die Piloten der Hallenflug AG. Doch zunächst einmal mussten sich die Piloten dafür qualifizieren. Zu den dabei geforderten Aufgaben gehörten beispielsweise präzise Punktlandungen oder auch das Aufnehmen und Absetzten von Außenlasten. Alles gar nicht so einfach - auch nicht mit Koax-Helis! Unser eigentliches Flugprogramm sah wie folgt aus: Während unser Außenlast-Spezialist Jonathan mit seiner Micro 47G die Pylonen aus dem Office Cup Spiel von einem Landeplatz zum anderen umsetzte, sorgten drei weitere Helis für Dynamik, indem sie darüber schöne, weite Kreise flogen. Quasi als „Sahnehäubchen“
wurden die dabei eingesetzten Helis von den Schülern mit selbstgelöteten LED-Beleuchtungen ausgestattet. Da es beim Training doch hin und wieder zu „Crashs“ gekommen war, stand während der offiziellen Flugschau dann eine Twister SkyLift für den „Notfall“ bereit. Dieser Tandem-Koaxheli sollte im Falle eines Absturzes sofort starten und die Zuschauer durch seine imposante Größe vom Geschehen ablenken, während unten die Trümmer weggeräumt würden. Um die Spannung weiter zu erhöhen, kündigten sich zum Tag der offenen Tür zwei Damen eines wissenschaftlichen Instituts an, um die Vorführung der Hallenflug AG im Rahmen des Jugendbegleiter- Programms mit der Videokamera zu dokumentieren. Endlich war es dann soweit. Während die anderen AGs am Morgen des Events noch kräftig trainierten, waren die eingeteilten Piloten der Hallenflug AG damit beschäftigt, ihre Helis zu checken und Akkus zu laden. Weiteres Training schien nicht erforderlich und hätte nur die Modelle gefährdet. Als es dann endlich losging, klappte wirklich alles „wie am Schnürchen“. Die beleuchteten Mini-Helis schwirrten durch die Halle und begeisterten Jung und Alt. Der bereitstehende SkyLift musste nicht zum „Rettungseinsatz“ starten, sondern drehte lediglich eine Ehrenrunde zum Abschluss der Flugschau. Aus den ehemaligen Flugschülern waren routinierte Modellpiloten geworden! Nicht ganz unerwartet haben inzwischen auch zwei Schüler der 7. Klasse das Thema „Hubschrauber“ für ihre GFS („Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen“) gewählt. Diese Art des Leistungsnachweises ist neu im Schulsystem und besteht beispielsweise im Fach Physik aus einem Fachvortrag mit einer praktischen Vorführung – im Physiksaal des HoGy hoverte dabei ein Mikroheli und in diesem Fall gab es die Note 1 für das „wahre Fliegen“!







