Best Practice
Kirbachschule, Hohenhaslach
Ein Interview mit Eginhard Fernow, Schulleiter an der Modellschule Kirbachschule im Landkreis Ludwigsburg
Servicestelle Jugend und Schule: Warum nehmen Sie am Jugendbegleiter-Programm teil?
Eginhard Fernow: Weil das Jugendbegleiter-Programm unsere Schulentwicklung stärken und weiterentwickeln kann. Unsere Schüler kommen aus den Teilorten Hohenhaslach, Spielberg, Ochsenbach, Häfnerhaslach (Entfernung 12 km). Wir haben ein Betreuungsprogramm mit Bistro und Mittagessen aufgebaut. Unsere Hauptschüler sollen die Möglichkeit haben, auch über die Mittagszeit in der Schule bleiben zu können. Das Jugendbegleiter-Programm kann uns dabei sehr helfen und unterstützen.
SJ: Was ist das Besondere an Ihrer Schule?
Eginhard Fernow: Wir sind eine Erprobungsschule für die neuen Bildungspläne der Hauptschule. Ein Drittel unserer Unterrichtsstunden haben wir in einer „Lernwerkstatt“ (siehe auch unter www.ksh.lb.schule-bw.de ) als jahrgangsübergreifenden Unterricht organisiert. Angebote finden auch durch ehrenamtliche Lehrbeauftragte statt. Das ist ein weiteres Betätigungsfeld für Jugendbegleiter.
SJ: Nennen Sie bitte eine erfolgreiche Kooperationen mit außerschulischen Partnern.
Eginhard Fernow: Zur Berufswegeplanung haben wir vielfältige Kooperationen:
* Kooperationsbetrieb Bosch, Stuttgart
* Wirtschaftsjunioren Ludwigsburg
* Bewerbungstraining mit Krankenkassen (Barmer, DAK)
Im Rahmen unserer Lernwerkstattangebote möchte ich beispielhaft nennen:
* Mundharmonika spielen
* Karikaturen zeichnen
* Schulgarten
* Weinberg
* Türkische Kultur
* Stricken für Jungen und Mädchen
* Hip-hop tanzen
SJ: Aus welchen Gründen halten Sie es für wichtig, dass sich die Schule dem Ehrenamt öffnet?
Eginhard Fernow: Schule darf und kann keine Insel in der Gesellschaft, in der Gemeinde sein. Schule muss Lebensraum sein, eingebunden in die gesellschaftliche Dynamik unserer Zeit. Deshalb ist es dringend erforderlich, dass sich die Schulen öffnen und vielfältige gesellschaftliche Gruppen herein holen. Lernen muss von Anschauung und Wirklichkeit geprägt sein.
SJ: Hat es seit dem Start des Jugendbegleiter-Programms an Ihrer Schule positive Entwicklungen gegeben?
Eginhard Fernow: Wir haben fünf Jahre Erfahrung mit Lehrbeauftragten, dies hat unserer Schule und unseren Jugendlichen sehr gut getan. Wir entwickeln mit dem Jugendbegleiter-Programm die Öffnung der Schule weiter.
SJ: Wie beziehen Sie, als Schule in einem sozial schwachen Umfeld, die Eltern mit ein?
Eginhard Fernow: Eltern sind oft auch Suchende in Erziehungsfragen. Wir können nur eine kleine Gruppe von Eltern aus der Hauptschule gewinnen, mit uns zu kooperieren. Im Grundschulbereich ist das Interesse zur Zusammenarbeit bei den Eltern wesentlich größer. Zum Glück gibt es eine Gruppe von Erwachsenen, die sich für Jugendliche und die Schule begeistern lassen. Wir konnten sie gewinnen und langfristig an uns binden, es ist immer ein Geben und Nehmen.
SJ: Was wünschen Sie sich für das Jugendbegleiter-Programm?
Eginhard Fernow: Verstetigung, Verlässlichkeit der finanziellen Mittel und langfristige Ausrichtung über die Modellphase hinaus. Einbindung vielfältiger gesellschaftlicher Gruppen in die Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule, zum Wohle der Jugendlichen.
SJ: Herzlichen Dank für das Gespräch!







